Bei Hengst beschäftigen wir uns täglich mit Antriebssträngen, Filtertechnologien und Motoren. Als OEM-Entwicklungspartner ist es für uns selbstverständlich sich frühzeitig mit Innovationen und zukünftigen Anforderungen des Marktes auseinanderzusetzen. Abzuwarten ist einfach nicht unser Ding, wir möchten die Mobilität von morgen aktiv mitgestalten und entwickeln. Das ist auch unser Vorteil für den Independent Aftermarket. Wir sind bereits Experte für bestimmte Themen, bevor die Produkte auf dem Markt benötigt werden.
Im Folgenden werfen wir einen Blick auf eine Antriebsart, die zwar noch ein bisschen nach Zukunft riecht, aber schon jetzt im Rennsport Realität ist: der Wasserstoff-Rennwagen der Formula Student.

Was wir hier sehen, ist nicht einfach ein Elektroauto mit einem Tank voller Wasserstoff, sondern ein komplett elektrifiziertes Fahrzeug, das seine Energie aus einer Brennstoffzelle bezieht. Und das Prinzip dahinter ist verblüffend elegant.
Die Brennstoffzelle – Herzstück des Antriebs
Im Gegensatz zu einem Verbrennungsmotor wird hier kein Wasserstoff verbrannt, sondern chemisch in Strom umgewandelt. Das funktioniert folgendermaßen:
- Wasserstoff wird aus einem Hochdrucktank (350 bar) in die Brennstoffzelle geleitet.
- Dort trifft er auf Sauerstoff, der über einen Luftfilter und nachfolgende Aufbereitung ins System gelangt.
- Durch die chemische Reaktion entstehen elektrische Energie und Wasser – letzteres verlässt das Fahrzeug unbedenklich als Wasserdampf.
Die gewonnene elektrische Energie wird zunächst in Batterien gespeichert, die dann die Elektromotoren antreiben. In der Praxis bedeutet das: ein sauberer Antrieb, der auf Rennstrecken genauso viel Power liefern kann wie ein klassisches Elektroauto, aber die Vorteile von Wasserstoff als Energieträger nutzt. Nachhaltig nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Fahrspaß.
Luft, Kühlung und Energiefluss
Die Brennstoffzelle ist ein hochsensibles System. Wichtig ist, dass die Luftzufuhr komprimiert, entfeuchtet und temperiert sein muss, damit die Reaktion stabil bleibt. Zusätzlich erzeugt die chemische Reaktion Wärme, die über Radiatoren und Kühlkreisläufe abgeführt wird. Nur so kann das System auch unter Höchstlasten, wie sie auf Rennstrecken vorkommen, zuverlässig bleiben.

Warum Wasserstoff im Rennsport?
Die Brennstoffzelle bietet einige Vorteile, die besonders für die Mobilität der Zukunft relevant sind:
- Hohe Energiedichte: Wasserstoff kann viel Energie speichern und ist dabei auch besser speicherbar.
- Flexibilität: Nicht jede Anwendung kann mit Batterien allein abgedeckt werden. Wasserstoff kann ergänzend eingesetzt werden.
- Nachhaltigkeit: Aus Wasserstoff entsteht nur Wasser als Abfallprodukt – perfekt für sauberen Rennsport.
So zeigt sich, wie innovative Renntechnik die Grenzen des Machbaren verschiebt. Komponenten wie Junction Boxes, Motorcontroller und die Kühlkreisläufe müssen perfekt zusammenarbeiten, damit die Brennstoffzelle dauerhaft optimale Leistung liefert. Und das wird natürlich vorher umfangreich getestet. Dieser Ablauf stellt sicher, dass der Wasserstoffantrieb auch unter Belastung stabil arbeitet – von der chemischen Reaktion in der Brennstoffzelle bis zur Beschleunigung auf der Geraden.
Was zeigt uns das? Wasserstoff kann mehr als nur ein Konzept sein. Durch die Formula Students sieht man sehr klar, dass Leistung, Effizienz und Nachhaltigkeit perfekt aufeinander abgestimmt einen enormen Fahrspaß bereiten kann.
Für die Zukunft gilt: Wer verstehen will, wie Mobilität jenseits klassischer Verbrenner aussehen kann, sollte einen Blick auf solche Wasserstoff-Rennwagen werfen. Sie sind ein faszinierender Vorgeschmack auf Technologien, die vielleicht bald auf unseren Straßen angekommen sind.
